Ulan Ude – Endlich Asien!

Ulan Ude liegt eine schöne, 7-stündige Zugfahrt um das südliche Ende des Baikalsees von Irkutsk entfernt und ist ein kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Ostsibiriens. Noch bevor ich Ulan Ude aber erreiche, muss ich in Irkutsk meinen Voucher im Bahnhof gegen ein echtes Zugticket umtauschen.

Dabei bekomme ich wieder jene oft kalte,  abweisende russische Art zu spüren – bloß nicht lächeln, habe ich das Gefühl, sonst werde ich hier nicht ernst genommen. So nett die Russen sein können, wenn man sie etwas besser kennen lernt – wer ohne Russischkenntnisse auf Hilfe angewiesen ist und ein aufmunterndes Lächeln erwartet, wird schnell enttäuscht. Langsam jedoch gewöhnt man sich auch daran.

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Um einen zweiten, enttäuschenden Irkutsk-Moment  zu erleben, habe ich meine Erwartungen dieses Mal heruntergeschraubt – und wurde, nach Verlassen der tristen Bahnhofsgegend, von einer sauberen, schönen und gemütlichen kleinen Stadt überrascht. Mein erstes Aha-Erlebnis: am besten, man kommt ganz ohne Erwartungen an einen Ort und überliest am besten gleich die honigsüßen Beschreibungen im Lonely Planet oder anderen Reiseführern.

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Endlich Asien!

Plötzlich hat sich auch das Aussehen der Menschen geändert: waren Irkutsk und Olkhon noch geprägt von Menschen europäischen Aussehens, sieht man sich hier erstmals tatsächlich von Asiaten umgeben. Der asiatische Einfluss wird mir auch immer wieder bewusst, wenn ich mich über ein fahrerloses Auto oder einen auf dem Fahrersitz lümmelnden Jungen erschrecke – bis ich das Lenkrad auf der rechten Seite entdecke. Japanische Autos überall.

Ulan Udes größte Attraktion ist der größte Lenin-Kopf der Welt.

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Wie überall in Russland sind die (halblegalen) Hostels auch hier sehr versteckt und nur mit genauer Kenntnis über die Lage und Etage zu finden. Meist handelt es sich um Privatwohnungen, die während einiger Monate im Jahr zu einem Hostel umgewandelt werden. Dementsprechend gemütlich sind die Hostels dann auch, mit heimeligem Wohnzimmer und viel zu kleinem Badezimmer für so viele Leute. Ich freue mich über die etwas altmodisch wirkende russische Inneneinrichtung mit blumigen Vorhängen und Sofas. Wer ein russisches Hostel betritt muss aber zunächst durch bestürzend triste und ranzige Treppenhäuser. Die ersten Male ließ mich jede zusätzliche bestiegene Treppenstufe schlimmeres über das Hostel vermuten – zum Glück haben sich diese Befürchtungen jedes Mal sofort in Luft aufgelöst, sobald ich die Türschwelle zur Hostel-Wohnung betreten habe.

Ulan Ude Hostel

 

Kloster

In der Nähe Ulan Udes sehe ich mein erstes buddhistisches Kloster überhaupt.

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Im Vorfeld der Reise habe ich zufälligerweise erfahren, dass die Visumspflicht für Deutsche in der Mongolei ab dem ersten September entfällt. Ich habe meine Reise entsprechend so geplant, dass ich pünktlich Anfang September die Grenze überquere. In Ulan Ude kommen mir dennoch Zweifel, ob die mongolischen Grenzer von dieser Neuerung überhaupt wissen und versuche, mich im mongolischen Konsulat zu erkunden. Leider finde ich dort aber keinen englisch sprechenden Ansprechpartner und werde umgehend rausgeworfen. Also versuche ich den Grenzübertritt ohne Visum eben ohne offizielle Rückversicherung.

Die meisten Leute, die in die Mongolei weiterreisen, nehmen den Zug von Irkutsk nach Ulan Bator. Eine viel bessere, wenn auch unbekanntere Alternative ist der Bus von Ulan Ude, der nicht nur fast halb so lange braucht, sondern dazu noch günstiger ist. Natürlich nehme ich den Bus – nach den vielen Stunden in der Transsib ist meine Lust auf das Zugfahren sowieso erstmal gesättigt.

Baikal 27

 

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