Die Wüste Gobi liegt im Süden des Landes und ist eines der großen Ziele fast aller Mongolei-Reisenden. Auf der langen, kräftezehrenden Fahrt von der Zentralmongolei verändert sich die Landschaft stetig; wir lassen die grüne und bergige, von Seen und Wäldern durchzogene Landschaft der ersten Woche zurück und sehen immer mehr Gelb- und Brauntöne, spektakuläre Felsformationen und endlose Steppen, bis wir schließlich eine riesige, einsame Düne und einige Oasen erreichen.

Nachts schlafen wir entweder im Zelt, welches wir in Ulan Bator noch schnell gekauft haben, oder in den traditionellen Jurten, welche auf mongolisch Ger heißen. Diese lassen sich innerhalb weniger Stunden ab- oder aufbauen und sind perfekt für das nomadische Leben konzipiert. Die kreisrunde Konstruktion hält stärksten Winden und eisiger Kälte stand, ist leicht und bietet Platz für eine ganze Familie. Oder für eine Backpacker-Gruppe.

In Ulan Bator spielt sich immer wieder das gleiche Spiel ab: Backpacker ziehen von Hostel zu Hostel, vergleichen Preise und Angebote für Touren durch die Mongolei und suchen nach Leuten, um sich mit ihnen zusammen zu tun, um die Kosten zu drücken. Die Mongolei ist ein raues Land mit nur wenigen Städten oder Siedlungen, aber mit einer grandiosen und überwältigenden Natur, die man nur mit Geländewagen und ortskundigem mongolischem Fahrer wirklich erkunden kann.

Mein nächstes Reiseziel nach Russland ist die Hauptstadt der Mongolei, ein Land, von dem ich bislang nur eine sehr vage Vorstellung hatte. Ulan Bator, oder kurz UB ist mit 1,2 Millionen Einwohnern die größte Stadt der Mongolei, beherbergt ein Drittel aller Mongolen und hält einen Kälterekord: keine Hauptstadt verzeichnet mit -1.3°C Jahresmittel niedrigere Temperaturen. Daneben hält UB noch einen weiteren Rekord: ursprünglich als mobile Nomadenstadt gegründet, ist die Stadt in ihrer mehr als 350-jährigen Geschichte bereits mindestens 25 mal umgezogen. Grund genug, um der Stadt mit dem martialisch klingenden…

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