Shangri-La, meine letzte Station in China, liegt quasi am Ende einer Sackgasse, denn hinter der abgelegenen Stadt warten nur noch das tibetische Hochplateau und wenige Straßen. Der weite Weg lohnt sich dennoch, denn hier kann man tibetische Kultur und die Ausläufer des Himalaya erleben, ohne eine teure und aufwändige Sondergenehmigung für eine Reise nach Tibet bei den chinesischen Behörden beantragen zu müssen.

Die Tiger Leaping Gorge im Westen der Yunnan Provinz lässt man nicht einfach links liegen – wer diese vielfältige und vielleicht schönste der chinesischen Provinzen bereist, muss ganz einfach durch diese spektakuläre Schlucht. Zusammen mit Rik fahre ich nach einer letzten Zwischenstation in Lijiang früh morgens mit dem Bus zur Schlucht und vergesse beim Anblick des gewaltigen Massivs den Ärger über die wie in China allzu oft üblichen gesalzenen Eintrittspreise.

Einige Busstunden von Lijiang entfernt liegt, nach unzähligen Serpentinen und spektakulären Aussichten auf bewaldete Hänge und die malerischen Bergdörfer, der Lugu See (泸沽湖,) auf der Grenze zwischen den Provinzen Yunnan und Sichuan wie ein großer blauer Tropfen inmitten der hügeligen Landschaft.

Meine letzte Zugfahrt in China trete ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge an, als ich den Zug in Dali besteige und wenige Stunden später in Lijiang wieder verlasse. Lijiang liegt wie Dali auf einer mittlerweile sehr ausgetretenen Touristenroute in der südchinesischen Provinz Yunnan und ist noch überfüllter als Dali. Aber auch viel schöner und sehenswerter, und das Städtchen ist mir auf Anhieb sympathisch.

Früher tummelten sich in Dali die Backpacker (jedenfalls laut Reiseführer). Heute tummeln sich in Dali die Touristen. Die schöne Altstadt ist geblieben, der Charme der Stadt schwindet aber mit jedem neu eröffneten Souvenirshop. Als weißer Ausländer ergänze ich die Stadt um eine Sehenswürdigkeit und stehe öfter vor chinesischen Kameras als hinter meiner eigenen.

Mit frischem China-Visum und neuer Lust auf China überquere ich wieder die Grenze bei Shenzhen und freue mich auf den Süden Chinas.

Auf Yangshuo und die charakteristischen Karsthügel habe ich mich schon lange gefreut – endlich Wärme, frische Luft und Sonne! Endlich keine Millionenstadt und Menschenmassen mehr, sondern schöne Natur und Zirpen am Abend. Genau der richtige Ort, um etwas zu relaxen und sich aufs Fahrrad zu schwingen.

Die Hauptstadt der Provinz Sichuan liegt eine 16-stündige Zugfahrt von Xi’an entfernt und hat neben dem besonders scharfen Essen der Region vor allem eines zu bieten: die weltberühmten chinesischen Riesenpandas.

Xi’an war früher der Ausgangsort der Seidenstraße, die das Mittelmeer mit Ostasien verband, und hatte deshalb schon eine große Bedeutung in China und im ostasiatischen Raum. Auch heute noch strömen die Menschen im Scharen in die Stadt, allerdings sind es heute (vor allem chinesische) Touristen. Für mich ist es nach Peking und Tianjin die dritte Millionenstadt in China.

Der Hua Shan ist einer von fünf im Taoismus heiligen Bergen in China und berühmt für seine steilen Felswände, malerischen Ausblicke und gefährlichen Klettersteige. Immer wieder liest man auch davon, es sei einer der gefährlichsten Berge weltweit; jährlich gäbe es eine Dunkelziffer an verunglückten Touristen. Das klingt spannend genug für mich, um einen Besteigungsversuch zu wagen.

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