Der Hua Shan ist einer von fünf im Taoismus heiligen Bergen in China und berühmt für seine steilen Felswände, malerischen Ausblicke und gefährlichen Klettersteige. Immer wieder liest man auch davon, es sei einer der gefährlichsten Berge weltweit; jährlich gäbe es eine Dunkelziffer an verunglückten Touristen. Das klingt spannend genug für mich, um einen Besteigungsversuch zu wagen.

Pingyao war einst das Finanzzentrum Chinas zu Zeiten der Ming-Dynastie (1368-1644) und entwickelte sich in dieser Zeit zu einer bedeutenden Stadt mit einer prächtigen Stadtmauer. Als jedoch Peking an Bedeutung gewann und die Banken dorthin abwanderten, blieb Pingyaos Entwicklung einfach stehen – im Grunde hat sich die Stadt also seit 500 Jahren nicht weiterentwickelt. Und das sieht man.

Zwei Anläufe haben wir gebraucht, um die Chinesische Mauer zu erklimmen. Die Mauer, welche mit tausenden Kilometern Länge noch heute das größte Bauwerk der Menschheitsgeschichte ist und mit deren Bau bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. begonnen wurde, zeigt sich uns das erste Mal nur in einer grauen, nassen und undurchdringlichen Suppe und vereitelt so unseren ersten Erklimmungsversuch.

Peking ist meine erste Station im Reich der Mitte und hier ist alles anders. Als ich aus dem Wagon der Transmongolischen Eisenbahn steige, betrete ich eine komplett andere Welt; der Kontrast zur Mongolei könnte nicht größer sein. Plötzlich bin ich in einer großen Megametropole – in der Stadt Peking tummeln sich mit über 20 Millionen Einwohnern mehr als sechs mal so viele Menschen wie in der ganzen Mongolei – und ich betrete einen Großstadtdschungel, der zwischen Moderne und Tradition alles bietet.

Die Wüste Gobi liegt im Süden des Landes und ist eines der großen Ziele fast aller Mongolei-Reisenden. Auf der langen, kräftezehrenden Fahrt von der Zentralmongolei verändert sich die Landschaft stetig; wir lassen die grüne und bergige, von Seen und Wäldern durchzogene Landschaft der ersten Woche zurück und sehen immer mehr Gelb- und Brauntöne, spektakuläre Felsformationen und endlose Steppen, bis wir schließlich eine riesige, einsame Düne und einige Oasen erreichen.

Nachts schlafen wir entweder im Zelt, welches wir in Ulan Bator noch schnell gekauft haben, oder in den traditionellen Jurten, welche auf mongolisch Ger heißen. Diese lassen sich innerhalb weniger Stunden ab- oder aufbauen und sind perfekt für das nomadische Leben konzipiert. Die kreisrunde Konstruktion hält stärksten Winden und eisiger Kälte stand, ist leicht und bietet Platz für eine ganze Familie. Oder für eine Backpacker-Gruppe.

In Ulan Bator spielt sich immer wieder das gleiche Spiel ab: Backpacker ziehen von Hostel zu Hostel, vergleichen Preise und Angebote für Touren durch die Mongolei und suchen nach Leuten, um sich mit ihnen zusammen zu tun, um die Kosten zu drücken. Die Mongolei ist ein raues Land mit nur wenigen Städten oder Siedlungen, aber mit einer grandiosen und überwältigenden Natur, die man nur mit Geländewagen und ortskundigem mongolischem Fahrer wirklich erkunden kann.

Mein nächstes Reiseziel nach Russland ist die Hauptstadt der Mongolei, ein Land, von dem ich bislang nur eine sehr vage Vorstellung hatte. Ulan Bator, oder kurz UB ist mit 1,2 Millionen Einwohnern die größte Stadt der Mongolei, beherbergt ein Drittel aller Mongolen und hält einen Kälterekord: keine Hauptstadt verzeichnet mit -1.3°C Jahresmittel niedrigere Temperaturen. Daneben hält UB noch einen weiteren Rekord: ursprünglich als mobile Nomadenstadt gegründet, ist die Stadt in ihrer mehr als 350-jährigen Geschichte bereits mindestens 25 mal umgezogen. Grund genug, um der Stadt mit dem martialisch klingenden…

In Russland habe ich leider nur ca. zwei Wochen verbracht – viel zu wenig für so ein großes und abwechslungsreiches Land. Dennoch konnte ich mir in den ersten zwei Wochen meiner Weltreise ein erstes Bild machen und viele Eindrücke sammeln.

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