15 Tage durch die Wildnis der Mongolei – Teil 3

Die Wüste Gobi liegt im Süden des Landes und ist eines der großen Ziele fast aller Mongolei-Reisenden. Auf der langen, kräftezehrenden Fahrt von der Zentralmongolei verändert sich die Landschaft stetig; wir lassen die grüne und bergige, von Seen und Wäldern durchzogene Landschaft der ersten Woche zurück und sehen immer mehr Gelb- und Brauntöne, spektakuläre Felsformationen und endlose Steppen, bis wir schließlich eine riesige, einsame Düne und einige Oasen erreichen.

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Vor meiner Reise hätte ich nicht für möglich gehalten, dass die Mongolei so abwechslungsreich, so facettenreich ist. Die Mongolei war insgesamt eine große Überraschung und ich habe das raue Land mit den unendlichen Weiten, der atemberaubenden Natur und den wortkargen, aber hilfsbereiten Mongolen mit ihren traditionellen Lebensformen sehr zu schätzen gelernt. Ich kann allen, die ein Land abseits der Touristenströme suchen und die Natur lieben, nur empfehlen, selbst einmal die weite Reise hierher auf sich zu nehmen. Es lohnt sich garantiert.

Mongolische Städte

Mongolische Städte sind meist staubig und trostlos und wirken ein wenig wie Westernstädte. Es ist ein starker Kontrast zwischen den unendlichen Weiten und der rauen Schönheit der mongolischen Natur auf der einen Seite und den oft heruntergekommenen, dreckigen Siedlungen. Dabei wird meist ein tristes Zentrum mit Zweckbauten aus der Sowjetzeit (auch wenn die Mongolei offiziell nicht zur Sowjetunion gehört hat) mit einem Ring aus Vororten, bestehend aus Holzhäusern mit hohen Holzzäunen, umgeben. Gerade die Zäune irritieren mich dabei: während die Mongolen seit Urzeiten nomadisch leben (befestigte Städte sind ein recht junges Phänomen) und daher in der Steppe keine Zäune und keine Besitzrechte an Grund und Boden kennen, sind die Städte das genaue Gegenteil. Die hohen Holzpalisaden lassen beinahe vermuten, dass sich die Menschen in den Städten voreinander verstecken möchten.

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Mongolische Leckereien

Wenn wir unterwegs an einer Jurte anhalten, werden wir immer gut empfangen und bekommen die immergleichen mongolischen Leckereien angeboten, immer aus Milchprodukten: Käse, Joghurt, harte Süßigkeiten. Das meiste lässt sich mit etwas gutem Willen zumindest probieren, aber das Bier der Nomaden, Airag, besteht aus vergorener Stutenmilch und schmeckt so, wie es klingt. Beim Kreisen der Trinkschale tun wir bald so, als würden wir einen großen Schluck nehmen, doch kommt die Schale am Ende immer noch voll zurück. Gegen Ende des Trips hoffen wir, nicht mehr eingeladen zu werden… Mongolisches Essen ist längst nicht so schlecht wie sein Ruf, es ist aber auch nichts für empfindliche Mägen. Als wir eines Tages einer Frau beim Ausnehmen eines Schafs zuschauen ahnen wir noch nicht, dass diese Innereien unser Abendessen sein werden. Dadurch, dass die nomadischen Familien quasi ausschließlich tierische Produkte essen und trinken, fallen natürlich auch einige tierische Abfälle wie Tierköpfe und -Gliedmaßen an, die überall verstreut um die Jurten herum liegen.

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 Müll im Paradies

Am Anfang wundere ich mich noch, wieso außerhalb Ulan Bators nirgendwo Müll zu sehen ist. Dann jedoch entdecke ich die stets hinter Hügeln oder in großen Löchern im Boden versteckten Müllberge, die zur Hälfte aus leeren Vodkaflaschen zu bestehen scheinen. Vodka ist in der Mongolei ein großes Problem, von dem wir aber höchstens in Ulan Bator wirklich etwas mitbekommen.

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Shoppen im Paradis

In jeder „Stadt“ (= eher Dörfern!) gibt es Geschäfte mit Grundnahrungsmitteln, in denen die meisten Produkte  von „gut & günstig“ sind.

Shop

 

 Yaks

Die mongolische Variante der Kuh heißt Yak und sieht aus wie eine Mischung aus Rind und Chewbacca aus Star Wars. Ich finde sie zunächst respekteinflößend und erschrecke mich nachts manchmal über das nahe, bedrohlich klingende Grunzen. Dabei sind es sehr scheue Tiere, die einen neugierig mustern, aber bei der kleinsten Bewegung einen Schritt zurück machen. Yaks sind, neben Schafen und Pferden, die Lebensader der Mongolen. Aus Yak gewinnen sie Nahrung in Form von Fleisch und Milch, Material für die Jurten, Felle, Leder, …

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Mongolen

Das romantisierende Bild von den immer (gast-)freundlichen Nomaden trügt etwas: Mongolische Nomaden sind oft etwas ruppig untereinander und auch recht harsch. Oft betritt beispielsweise unser mongolischer Fahrer Tuggi grußlos eine Jurte und verlässt sie erst eine halbe Stunde wieder, nachdem er drinnen zu Essen bekommen hat (und wir ahnungslos im Auto warteten). Diese Verhaltensweise passt aber sehr gut zum rauen und harten Leben in der Mongolei, wo Hilfsbereitschaft lebensnotwendig und -rettend und daher selbstverständlich ist. Wenn Hilfsbereitschaft und gegenseitige Hilfe so tief in der Kultur und Tradition verankert ist, sind Dankbarkeit und Respekt selbstverständlich und müssen nicht extra ausgesprochen werden.

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Als wir endlich wieder in Ulan Bator ankommen erwarten uns eine warme Dusche, gutes Essen im Restaurant und richtige Betten – dennoch ist es schade, dass unser Trip zuende ist. Eine so intensive Zeit mit einer so tollen Gruppe habe ich bis dahin noch nie erlebt.

3 Comments on “15 Tage durch die Wildnis der Mongolei – Teil 3

  1. Seit ein paar Stunden bin ich selbst wieder zurück in Deutschland und dann stöbere ich durch deinen Blog mit diesen tollen Bildern …war eine schlechte Idee ! Jetzt will ich sofort wieder los 😉
    Macht auf jeden Fall jede Menge Fernweh

    • Danke für die Blumen! 🙂 Aber du kannst ja wirklich bald wieder los, fürs Studium oder zum Reisen… Wenn man einmal angefixt ist kommt man schwer davon los 😉

  2. Pingback: 15 Tage durch die Wildnis der Mongolei - Teil 2 - Strolling East

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