15 Tage durch die Wildnis der Mongolei – Teil 2

Nachts schlafen wir entweder im Zelt, welches wir in Ulan Bator noch schnell gekauft haben, oder in den traditionellen Jurten, welche auf mongolisch Ger heißen. Diese lassen sich innerhalb weniger Stunden ab- oder aufbauen und sind perfekt für das nomadische Leben konzipiert. Die kreisrunde Konstruktion hält stärksten Winden und eisiger Kälte stand, ist leicht und bietet Platz für eine ganze Familie. Oder für eine Backpacker-Gruppe.

Trotz der Holzöfen in der Mitte der Jurte wird es nachts extrem kalt, sodass wir selbst mit jeweils zwei Winterschlafsäcken und Thermounterwäsche verfroren aufwachen und, wo möglich, schnell ein Feuer entzünden. Wenn man abends, mit Einbruch der Kälte, den Holzofen heizt ,wird es zunächst warm wie in der Sauna, danach aber schnell sehr kalt – nachts friert man aufgrund des Rauchabzugs in der Decke und den diversen Ritzen an der Wand erbärmlich und versteckt sich so gut es geht im Schlafsack. Morgens wache ich verschnupft auf und die nächtliche Kälte zerrt an den Kräften. Zumal die trockene Luft die Schleimhäute angreift und meine Nase nach wenigen Tagen Protest anmeldet. Dennoch habe ich bisher selten Abende und Nächte in gemütlicherer Umgebung verbracht.

Nomadische Wohnplätze sehen immer sehr ähnlich aus – neben der Jurte, in der stets eine Familie mit einem Kind im Vorschulalter wohnt, steht ein chinesisches Motorrad, eine Satellitenschüssel und ein Solarpanel.

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Tolle Gruppe

Der kreisrunde Grundriss der Jurten ist wie geschaffen für gesellige Abende mit der Gruppe und schnell vergessen wir jeden Gedanken an Privatsphäre. Für zwei Wochen wird alles geteilt und zusammen unternommen. Auch wenn wir alle sehr unterschiedlich sind, verstehen und ergänzen wir uns glänzend – wieder vermischen sich Orte, Erlebnisse und Menschen zu einem tollen Reiseerlebnis, welches unvergesslich wird. Auch wenn es in den Weiten der Mongolei natürlich keine Duschen oder, von Plumpsklos abgesehen, Toiletten gibt. Ich bin erstaunt, wie schnell man sich daran gewöhnt, ungeduscht in den Tag zu starten und auch nach zwei Wochen keine Dreckkruste zu haben.

Nach einem Tag voller Eindrücke, hunderter Fotos und stundenlanger Gespräche oder Musik im Geländewagen gibt es nichts Schöneres als etwas Lagerfeuerromantik mit Bier oder Vodka und selbstgekochtem Essen. Bei der Gelegenheit werde ich früh sogar von Fede, der naturgemäß nudelkritischen Italienerin, zum Pasta-King gekrönt – wer hätte gedacht, dass Pastakochen eine Kunst sein kann?

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Vulkane in der Mongolei

Nie hätte ich gedacht, dass es in der Mongolei Vulkane gibt. Im Zentrum des Landes stößt man immer wieder auf ganze Seen schwarzen Vulkangesteins und auf wunderschöne, perfekt geformte Vulkankrater.

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4 Tage auf Pferden

Eines der Highlights unseres Trips ist eine viertägige Tour auf Pferden. Die Mongolei – das Land der Pferde! Wer hätte aber gedacht, dass sie so klein und träge sind und sich fast nie zum Galopp überreden lassen? Die Goldene Horde Dschingis Khans, die auf ihren Eroberungszügen schließlich das größte Reich aller Zeiten kontrollierte – auf diesen Pferden? Mein Bild von der rasenden mongolischen Horde verschwimmt zu einem Bild einer dahintrabenden Gruppe mongolischer Reiter, deren Füße fast den Boden berühren. Dennoch ist es ein unvergessliches Erlebnis, weil wir auf diese Weise Orte und Landschaften zu sehen bekommen, die wir anderweitig nie erreicht hätten. Nie hätte ich erwartet, die Natur in so vielen Facetten und in all ihrer Schönheit zu Gesicht zu bekommen. Noch dazu haben wir großes Glück und kommen genau zur richtigen Zeit im goldenen Herbst, wenn die meisten Touristen das Land verlassen haben, die Preise fallen, und das Wetter perfekt ist. Der Trip war bislang das gekrönte Highlight meiner Reise.

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Weiter geht es mit Teil 3!

One Comment on “15 Tage durch die Wildnis der Mongolei – Teil 2

  1. Ich bin ganz mitgenommen: wie toll ist unsere Erde und wie wenig wertschätzen wir das in unserem normalen Alltag, weil wir es nicht wissen oder/und nicht sehen … können?
    Auch deswegen sind solche Reisen und solche Fotos wichtig …

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